Sonntag, 18. November 2012

Heiss oder Kalt

If it's prohibited to take pictures, then draw...
Nach einer Stunde Fahrt waren wir da, zurück in den 60ern. Im Hotel Therme in Vals. Das Zimmer hatte eine Schiffskoje zum Vorbild. Die Therme Vals sieht man erst auf den zweiten Blick.

Zuerst ging es ins Klangbad, ein Bad, das nur klingt wenn man selber singt. Also nichts für mich. Nach einer kurzen Runde durch den dunklen Innenraum der Therme ging es raus ins 36º warme Aussenbecken. Wow. Was für ein Ausblick, das wohl beste am ganzen Bad. Nachdem ich mich einmal am ganzen Beckenrand entlanggetastet hatte, gab ich auf. Es gibt in der gesamten Therme keine Rückensprudelmassgedüsen. Alle sind auf Fusshöhe, ich habe jetzt demnach super durchmassierte Füsse.

Als nächstes wurde das 41º heisse Becken ausprobiert. Man sah den Leuten schon am Gesichtsausdruck an, dass sie sich gerade ihre zarte Haut verbrannten. Wer also eine Abkühlung brauchte, ging den Schreien nach und hüpfte ins angenehm 14º kalte Becken. Wie gesagt, eine Abkühlung halt.

Am Ende blieb noch das Blütenbad. Kleine gelbe Ringelblumenblütenblätter schwammen verwirrt im Wasser umher. Man war mittendrin, es hatte 35º. Dann ging es auf die Liegen. Wie gesagt war es ja sehr dunkel in der Therme. Lesen konnte man auf den Liegen also eher nicht, da war Schlafen die einzige Alternative.

Erkenntnis der Woche: Die Valiser kommen aus dem Wallis, sind dann weiter nach Arosa und Davos bis zum heutigen Walsertal in Österreich.

Montag, 22. Oktober 2012

34 1/2


Nach vierunddreissigeinhalb Stunden Zugfahren in nur einer Woche weiss man was man gemacht hat, beziehungsweise nicht gemacht hat. Im Zug kann man ja schliesslich nicht viel machen ausser sitzen und aus dem Fenster gucken. Ok, schlafen kann man auch noch (wenn sich nicht gerade zwei Leute drei Reihen vor einem neu kennenlernen und die ganze Nacht durchquatschen).

Es ist jedoch unglaublich wie man in so kurzer Zeit durch alle vier Jahreszeiten durchreisen kann. Aus dem herbstlichen, verregneten Chur ging es auf ins herrlich, verschneite Savognin. Übertroffen wurde das nur noch von der Winterlandschaft auf dem Oberalppass auf dem Weg nach Andermatt. Eigentlich wollten wir schon unser Snowboard rausholen, jedoch stiegen am folgenden Tag die Temperaturen beträchtlich an und wir konnten am See die Sommerfrische geniessen.

Weiter ging es also im Besagten (lauten) Nachtzug. Man hätte sich auf ein frühlingshaftes Erwachen freuen können, hätte man die Gelegenheit gehabt zu schlafen.

Montag, 15. Oktober 2012

Was liegt hinter dem Calanda?

Auf dem Weg nach Oben

Wir wollten schon immer wissen was hinter dem Calanda liegt. Also begaben wir uns auf eine kleine Expedition um den Calanda zu erkunden. Wir hatten uns dazu entschieden bei der Vazer Alp zu starten und dann den zweieinhalb stündigen Fussmarsch zur Calandahütte auf uns zu nehmen. Jedoch kamen wir nicht sehr weit und unsere Expedition drohte schon in den Startlöchern zu platzen. In Untervaz ging meine Auto kaputt, wie sollten wir nun also mit nur einem Auto zur Vazer Alp kommen? Wir hatten Glück. Es haben uns gleichgesinnte Entdecker mitgenommen. Die ersten zwei Stunden waren unbeschwerlich, jedoch hatten wir in der letzten halben Stunde mit starken Windböen zu kämpfen. Wir konnten uns in die Calandahütte retten bevor uns der Wind wegtragen konnte. Dies war auch der Grund, dass wir uns dagegen entschieden noch weiter bis auf den Calanda zu steigen. Wir fürchteten auf der anderen Seite des Calandas runterzuwehen. Wie gesagt, wir kehrten also in die Berghütte ein und nahmen eine kleine Stärkung zu uns. Mit vollem Magen machten wir uns wieder auf den Rückweg. Vor lauter Bäumen sahen wir jedoch den Weg nicht und kamen vor einer Steinmauer zum Halt. Hier oben konnten uns dann auch keine iPhone Apps mehr weiter helfen, wir waren völlig auf uns alleine gestellt. Eine mutige Entdeckerin machte sich auf um weiter unten nach dem Weg zu suchen. Sie fand auch einen Weg, aber wir waren kleine Feiglinge und trauten uns nicht, diesen unbekannten Weg zu beschreiten. Ausserdem fanden zur selben Zeit zwei von uns den richtigen Weg. Es konnte also weitergehen. Wir kamen heile am Auto an und es musste nur noch geklärt werden, wer mit dem Auto mitfährt und wer weitere Stunden den Berg zu Fuss herabsteigt. Zum Glück fanden aber auch die drei Fussgänger rasch eine Mitfahrgelegenheit und so traf die Gruppe sich in Untervaz wieder zusammen. Die Expedition war ein voller Erfolg und was hinter dem Calanda liegt kann man ja auch googeln.

Erkenntnis der Woche: Ich habe in meinem Sicherungskasten eine Sicherung für eine Geschirrspülmaschine, aber in meiner Küche befindet sich gar keine (und es hätte dort auch keine Platz).

Dienstag, 9. Oktober 2012

Irrungen und Wirrungen...



... im Supermarkt. Wer in der Schweiz nach Kohl sucht, wird hier nur Rosenkohl finden. Zum Glück ist Kabis (in weiss und rot/blau erhältlich) leicht als Kohl zu identifizieren und dann ist schnell klar, dass Wirz Wirsing ist. Wenn man Rote Beete sucht, packt am besten Randen in seinen Einkaufskorb und anstatt mit Kartoffeln geht man hier mit Erdäpfeln (Herdöpfel) nach Hause. Am leichtesten lässt sich das Rüebli als Karotte identifizieren, das diese ja auch in Deutschland Mohrrübe (natürlich nach mir benannt) genannt wird. Schwer war es zwischen Blätterkohl und Krautstielen den Mangold (übrigens auch mit der Rübe verwandt) zu finden. Der Griff nach den Krautstielen ist in diesem Fall der Richtige. Wichtig ist es auch zu wissen, dass in der Schweiz Paprika Peperoni ist, und Peperoni Peperoncini, ach, und das hiesige Paprika ist einfach nur Paprikagewürz. Alles klar?


Böllä und Tomate

Dienstag, 2. Oktober 2012

Schlagerparade

Wenn man wissen will, wie es sich in den 60er und 70er Jahren so gelebt hat, sollte unbedingt einmal im Leben auf der Churer Schlagerparade gewesen sein. Natürlich verkleidet, sonst kommt man sich vor wie von einem anderen Stern. Dann steht man am Strassenrand und guckt wie alte Vespas und VW Busse an einem vorbeifahren. Also ein bisschen wie Fasching (Fastnacht, Karneval). Mit dem einzigen Unterscheid, dass die ganze Zeit Schlager gespielt werden. Das geht dann den ganzen Tag und die ganze Nacht so weiter mit Schlager Konzerten und Schlager Disko bis man dann völlig verschlagert nach Hause geht.

Erkenntnis der Woche: Schweizer lieben es SMS zu schreiben. Ich habe in den letzten zwei Wochen schon mehr SMS bekommen, als in den letzten 5 Jahren auf Mallorca.



If one wants to know how it felt to live in the 60ies and 70ies, it is a must to go to the Chur Schlagerparade (German hit music parade). Of course, all dressed up, otherwise one feels like from another planet. Then one just stands at the roadside and looks how old Vespas and VW buses pass by. It's a bit like carnival. With the only difference that Schlager music is played the whole time. That goes on the whole day and night with Schlager concerts and Schlager disco until one goes home totally schlagered.

Insight of the week: Swiss love to write SMS. Over the last two week I got more SMS than the during the whole five years I lived on Majorca.

Montag, 24. September 2012

Neues Jahr, Neues Glück

Von einer Minute auf die andere wird man aus den schönen Ferienträumen wieder zurück in die Universitätsrealität katapultiert. Nach nur einer Woche breitet sich ein detailliert vorgeplantes Halbjahr vor einem aus. Exkursionen, Prüfungen, Präsentationen, Abgaben von Gruppenarbeiten, alles ist schon genau im Terminplaner festgesetzt. Sogar der Termin für die Abgabe der Bachelorarbeit nächstes Jahr steht schon fest. Da hoffe ich mal, dass am 23. Dezember die Welt doch  nicht untergeht, damit ich den Termin auch einhalten kann.

Es beginnt also ein neues Jahr, ein guter Zeitpunkt für ein neues Jahresmotto: "I try not to think out of the box anymore, but on its edge, its corner, its flap and under its bar code." (Ich versuche nicht mehr außerhalb des vorgegebenen Rahmens/Box denken, sondern an ihrer Kante, ihren Ecken, ihrer Klappe und unter ihrem Strichcode.) Es wäre ja auch zu einfach, unter demselben Motto wie letztes Jahr weiter zu studieren.



From one minute to the next one gets catapulted from nice holidaydreams into universityreality. After only one week a detailed and planned term is spread in front of you. Excursions, exams, presentations, group work, everything is already fixed in the agenda. Even the deadline for the bachelor thesis next year is fixed. So I hope, that the world won't end on december 23rd, so that I can stick to that deadline.

So, a nex year begins, a good point in time to to set a new motto for the year: "I try not to think out of the box anymore, but on its edge, its corner, its flap and under its bar code." Of course, it would be too boring to just keep studing under the same motto as last year.

Dienstag, 3. Juli 2012

summer in a box


Das erste Jahr in der Schweiz ist vorbei und das Wort des Jahres (bzw. Wortgruppe des Jahres) ist "thinking out of the box" (außerhalb des vorgegebenen Rahmens denken). Angefangen hat alles in Projektmanagement um innovative und kreative Ideen für unsere Projekte zu finden. Im Kontext der Kulturwissenschaften wurde dann aber ganz schnell klar, dass es nicht reicht, einfach nur ausserhalb der Kiste zu denken. Denn wenn etwas aus der Box geholt wird, muss damit auch die Leere, das Nichts, sinnvoll gefüllt werden. Am besten indem zwei unterschiedliche Gedankengüter aus zwei unterschiedlichen Kisten miteinander verbunden werden.  

Bleibt nur zu hoffen ,dass in den Prüfungen auch die Antworten, die aus dem Rahmen fallen, gut benotet werden.

Aber jetzt sind erstmal Ferien und was ich dort erlebe, könnt ihr hier bei Erdmädchen lesen.

Erkenntnis des Jahres: In der Schweiz schreibt man sich schon für das nächste Semester ein, bevor man überhaupt weiss, ob man die Prüfungen des letzten Semesters bestanden hat.


The first year in Switzerland is over and the word of the year (or rather phrase of the year) is "thinking out of the box". It all started in project management in order to gain innovative and creative ideas for our projects. However, in the context of cultural studies it becaame clear that it is not enough to just think outside the box. If something is fetched out of the box, it has to fill the emptyness, the nothing, in a meaningful maner. The best is to combine two different ideas from two different boxes with each other.

It is just to be hoped that exam answers which are out of the box are also marked well.

But now the vacations have started and everything I experience can be read here at Erdmädchen.

Insight of the year: In Switzerland one has to apply for the new semester before one even knows if one passed the exams from the last one.